Was tun bei Telefonspam?

Eingetragen am 26. April 2010 von

(Um Rufnummern in der FritzBox zu sperren – schauen Sie bitte –> HIER)
(Um eine direkte Beschwerde bei der Bundesnetzagentur zu tätigen – schauen Sie bitte –> HIER für Rufnummern aus der Schweiz bitte HIER und für Rufnummern aus Österreich HIER)

Immer mehr Menschen fühlen sich durch unerwünschte Telefonanrufe belästigt. Dabei kommen den Betroffenen immer wieder neue Fragen. Woher hat dieses Unternehmen meine Nummer? Habe ich ungewollt einen Vertrag abgeschlossen? Und und und…..

Generell sollte man mit seinen persönlichen Daten sparsam umgehen und es soweit möglich ist vermeiden diese weiterzugeben. Auf Gewinnspiele zu verzichten wäre ein großer Schritt.

Viele Betroffene sind davon überzeugt Ihre Daten nicht weitergegeben zu haben und unberechtigter Weise angerufen zu werden. Man sollte jedoch bedenken, dass man beispielsweise einen Telefonanschluss besitzt, einen Internetanschluss, einen Handyvertrag etc. Bei zahlreichen Verträgen stimmt man unter anderem zu, dass die Daten für Marketingzwecke genutzt werden dürfen. Sowohl für das eigenen Unternehmen als auch für sogenannte Partnerunternehmen. Wer am Ende ein Partnerunternehmen ist und wer nicht kann der Kunde oftmals leider nicht nachvollziehen.

Weiterhin nehmen viele Menschen an TV-Gewinnspielen teil, bestellen Kataloge etc.. Bei all diesen Dingen geben Sie Ihre Daten heraus und stimmen den jeweiligen Nutzungsbedingungen zu.

Den Frust dann an den CallCenter Mitarbeitern zu entladen und eine Rufnummer gleich bei der Bundesnetzagentur anzuzeigen ist in den meisten Fällen nicht die ideale Lösung und ändert nichts an der Tatsache, das Ihre Daten zu Werbezwecken genutzt werden.

Teilen Sie dem anrufenden Unternehmen also mit, dass Sie weiterhin keine Werbeanrufe wünschen und in den meisten Fällen ist das Thema dann vom Tisch.

Bevor Sie jedoch eine Meldung an die Bundesnetzagentur machen, sollten Sie sich sicher sein, dass es sich wirklich um Telefonspam handelt. Fragen Sie den Anrufer woher er Ihre Daten hat und prüfen dies ggf.

Wie kann man sich im Vorfeld gegen Telefonspam schützen?

Sparen Sie an der Weitergabe Ihrer persönlichen Daten indem Sie beispielsweise auf die Teilnahme von Gewinnspielen verzichten. Diese dienen einem Unternehmen in erster Linie der Datensammlung und sind bekannt für derartigen Datenmissbrauch.

Die allermeisten Unternehmen haben in den Bestellformularen einen Passus eingebaut, mit dem Sie der Weitergabe Ihrer Daten an Werbepartner zustimmen. Sie sollten dies nach Möglichkeit verbieten. Obwohl diese Daten für eine Telefonwerbung nach dem Wettbewerbsrecht eigentlich sowieso nicht verwendet werden dürften, halten sich viele Unternehmen nicht daran. Daher kann es ein zusätzlicher Schutz sein, wenn Sie diese Weitergabe von vornherein verbieten. Allerdings gibt es dafür leider keine Garantie.

Untersagen Sie der Deutschen Post bei Nachsendeaufträgen die Datenweitergabe durch ankreuzen des entsprechenden Feldes im Nachsendeantragsformular! Wenn Sie dies nicht tun, darf die DPAG die Daten an Unternehmen aller Art weiterverkaufen.

Verzichten Sie bei der Anmeldung eines Telefonanschlusses auf die Eintragung ins Telefonbuch. So verhindern Sie, dass Ihre Daten beispielsweise auf eine Telefon-CD verschiedener Anbieter erscheint und Ihre Daten in tausenden Haushalten landen.

Verzichten Sie an der Teilnahme bei Umfragen aller Art. (beispielsweise für Marktforschungszwecke)

Geben Sie Ihre persönlichen Daten NIE am Telefon oder im Internet an und wenn doch, geben Sie bitte überall mit an, dass die Daten nicht weitergegeben werden dürfen und Sie auf jegliche Teilnahme an Werbemaßnahmen verzichten.

Wie kommen die unseriösen Callcenter an die Rufnummern, Namen und Kontodaten?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Oftmals ist der Grund eine vorausgegangene Teilnahme an einem Gewinnspiel beispielsweise vor einem Supermarkt, über das Internet oder bei einer TV-Show. Zu diesen Zwecken werden oftmals die Rufnummern abgefragt – angeblich nur für Gewinnbenachrichtigungszwecke. Die meisten Gewinnspielveranstalter sind Datenhändler und verkaufen diese Informationen eventuell weiter. Auch werden oftmals Datenbestände verschiedener Organisationen mit anderen abgeglichen.

Ein Einverständnis in telefonische Werbung, welches Sie eventuell auf der Teilnahmekarte erteilt haben, ist zwar rechtlich komplett ungültig, weil ein “pauschales” Einverständnis nicht wirksam ist, sondern ein Einverständnis immer nur gegenüber dem jeweiligen Unternehmen selbst erklärt werden kann, nicht aber automatisch für alle Werbepartner. Aber die Datenhändler scheren sich nicht um die geltende Rechtsprechung, weil das Risiko, deswegen belangt zu werden, extrem gering ist gegenüber den zu erzielenden Profiten.

Wenn Sie eine Teilnahmeerklärung unterschreiben ist auch oft zu lesen, dass Sie Marketingzwecken des eigenen Unternehmens und “Partnerunternehmen” zustimmen. Wer und wie viele Partnerunternehmen es gibt können Sie jedoch im Vorfeld nicht sehen.

Maßnahmen:

  • Stellen Sie unangenehme Fragen
    CallCenter Agents arbeiten nach einem Ablaufplan und mögen es gar nicht aus dem Konzept gebracht zu werden. Unterbrechen Sie den Agent wie folgt

Zuerst habe ich ein paar Fragen und möchte sie darauf hinweisen, dass ich derartige Anrufe aufzeichne. (ob Sie das Gespräch wirklich aufzeichnen ist nicht relevant) ist er noch immer in der Leitung? Dann fragen Sie weiter…

- Wie war nochmal Ihr Name?
- Wie heisst die Firma nochmal?
- Können Sie mir bitte die Anschrift geben?
- Wie heisst Ihr Vorgesetzter bitte?

  • Technische Maßnahmen fürs Handy
    Für viele Mobilfunktelefone gibt es Programme mit denen man bestimmte Telefonnummern sperren kann. Oftmals ist diese Funktion auch schon im Telefon integriert. Hierzu kontaktieren Sie einfach mal den Herstellen oder Ihren Mobilfunkanbieter.

INFOS ZU TELEFONISCH ABGESCHLOSSENEN VERTRÄGEN:

Ich erhalte Waren/Dienstleistungen und es wird Geld abgebucht obwohl ich nur Infos wollte?

In diesem Fall liegt von Ihnen keine Willenserklärung vor und es ist kommt kein wirksamer Vertrag mit dem Anrufer zustande. Gemäß § 241a Abs. 1 BGB entsteht bei Zustellung einer nicht bestellten Ware keine Zahlungspflicht.

Also lassen Sie von Ihrer Bank das Geld zurückbuchen und übersenden dem Anbieter ein Widerspruchsschreiben (per Einschreiben) in dem Sie den Vertrag bestreiten. Im Zweifelsfall holen Sie sich Rechtsbeistand. Weiterhin besteht auch keine Rücksendepflicht bei nicht bestellter Ware oder Dienstleistungen. Durch unfrankiertes zurücksenden sind Sie jedoch auf der Sicheren Seite.

Kann man am Telefon einen Vertrag abschließen?

Eigentlich ja. Nach dem bürgerlichen Recht muss ein Vertrag nicht unbedingt schriftlich erfolgen und somit ist ein telefonisch bzw. mündlich geschlossener Vertrag möglich. Bei dieser Art des Vertragsabschlusses stellt sich jedoch immer die Frage der Beweislage.

Kann von meinem Bankkonto einfach Geld abgebucht werden?

Geben Sie NIE Ihre Bankdaten am Telefon raus – egal was Ihnen an der anderen Leitung erzählt wird!
Für ein Lastschriftverfahren wird immer ein ausdrückliches bzw. schriftliches Einverständnis benötigt. Die Herausgabe Ihrer Bankverbindung ist weder eine Zustimmung zum Lastschriftverfahren noch ein Einverständnis zu einem Vertrag. In diesem Fall lassen Sie den Betrag von Ihrer Bank rückbuchen.

Wann kommt ein telefonischer Vertrag zustande?

- Jemand bietet Ihnen in einem telefonischen Werbegespräch an, eine Zeitschrift zu bestellen.
- Er macht dabei alle Angaben korrekt.
- Er nennt seinen richtigen Namen.
- Er nennt Namen und Sitz der Firma, auf Nachfrage auch die Straße/Nr.
- Er fragt nach einer Erlaubnis zur Gesprächsaufzeichnung.
- Er beschreibt, um welche Zeitschrift es konkret geht.
- Er sagt, wie lange das Abo gilt, was die Zeitschrift pro Monat kostet und wann man kündigen könnte.
- Er fragt, ob Sie damit einverstanden sind und die Zeitschrift abonnieren möchten.
Man sagt “Ja”.

Damit ist der Vertrag geschlossen.
Schlüssiges Angebot, Preishinweis, Anbieteridentität bekanntgegeben.

Wann kommt KEIN telefonischer Vertrag zustande?

- Jemand ruft Sie an und nennt einen falschen Namen.
- Er nennt zwar den Namen der Firma, aber eine falsche Stadt.
- Er bietet Ihnen ein “Gewinnspiel” an, ohne aber zu sagen, was das überhaupt für ein Gewinnspiel ist.
Ist es Lotto? Nein, Lotto dürfte er am Telefon gar nicht verkaufen – s. Glücksspielstaatsvertrag – ist verboten.
- Was ist das für ein “Gewinnspiel”? Zahlt man da Geld ein, und kann was gewinnen? – Dann wäre es womöglich unerlaubtes Glücksspiel und strafbar. Nein, das ist es also wohl auch eher nicht.
Sondern man nimmt an Gewinnspielen teil, die eigentlich kostenlos sind. Im Grunde ist es eine sogenannte “Eintragung in Gewinnspiele”. Den Service der “Eintragung” lässt sich der Anbieter “als Dienstleistung bezahlen”. Er sagt Ihnen aber nicht, bei welchen Gewinnspielen man denn nun eingetragen wird. Er sagt Ihnen nur: “200 ganz prima Gewinnspiele”. – Ob das wohl reicht, um ein “Angebot” eindeutig zu beschreiben? – Eher nicht. Sie werden niemals kontrollieren können, ob er Sie überhaupt auch nur bei einem einzigen Gewinnspiel einträgt. Wahrscheinlich eher nicht, denn die allermeisten Firmen, die Gewinnspiele anbieten, verbieten “Listeneintragungen” durch ihre AGB.
- Vielleicht bietet man Ihnen auch eine “Kündigung” zu einem angeblich bestehenden Gewinnspielvertrag an.

Ist null und nichtig, den Vertrag hat es nie gegeben.
Anschließend erfolgen noch einige Fehler bei der Preisangabe und bei der Benennung der Laufzeit des Angebots.

Was passiert wenn ich einen telefonisch abgeschlossenen Vertrag bestreite?

Oftmals verzichten die Anbieter auf weitere Forderungen und akzeptieren Ihren Widerspruch.

Unseriöse Anbieter werden jedoch versuchen jedes geeignete Druckmittel einzusetzen, um deren Recht zu erlangen. In diesem Fall können Sie also mit Androhungen von Inkassobüros, Mahnungen oder Briefen von Anwälten rechnen.
Wenn Sie sich jedoch sicher sind, kein Einverständnis für einen Vertrag oder einen Verkauf gegeben zu haben, haben Sie auch nichts zu befürchten und lassen sich nicht von Mahnschreiben etc. beeinflussen.

Kommt ein gelber Brief (Mahnbescheid), besteht für Sie Handlungsbedarf. Widersprechen Sie diesem Mahnbescheid jedoch innerhalb von 14 Tagen nach Zustellung und kontaktieren Sie eine Anwalt. Um einem Mahnbescheid zu widersprechen brauchen Sie nur einen “Haken” auf dem beigelegten Formular “Widerspruch” setzen.

Wie kann der Verkäufer einen telefonisch abgeschlossenen Vertrag beweisen?

Um dies beweisen zu können, müsste ein Telefonat aufgezeichnet werden was ohne Ihre Zustimmung jedoch nicht möglich wäre und sogar strafbar ist. Die Beweislage für den Verkäufer wird recht schwer und es sind einige Fragen vor Gericht zu klären wie beispielsweise ob der Preis auch wirklich genannt wurde und/oder wurde das Angebot überhaupt deutlich und nachvollziehbar beschrieben?

Das Mithören Dritter ohne Einwilligung des Gesprächspartners kann nicht als Beweismittel verwendet werden.

Die alleinige Beweislast liegt hierbei also beim Verkäufer und ohne genehmigten Telefonmitschnitt wird es schwer.

Es gibt jedoch sehr unterschiedliche Fälle und es spielen einige Faktoren eine Rolle. Sie sollten bei einem Rechtsstreit in jedem Fall einen Anwalt aufsuchen.

Eine Meldung an die Bundesnetzagentur:
Alle Beschwerdeformulare der Bundesnetzagentur finden Sie hier: Formulare Bundesnetzagentur

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10 Kommentare zu Was tun bei Telefonspam?
  1. [...] Erfahren Sie was Sie gegen unerwünschte Werbeanrufe tun können: Telefonspam – was tun? [...]

  2. [...] Erfahren Sie was Sie gegen unerwünschte Werbeanrufe tun können: Telefonspam – was tun? [...]

  3. 08003009928 » Wer Ruft an?
    23. November 2010 | 12:19

    [...] Geben Sie am Telefon KEINE persönlichen Daten heraus. Auch nicht zum angeblichen Datenabgleich. HILFE bei Rufnummernmissbrauch – Spam – Unerlaubte Telefonwerbung Sollten die Anrufe zu einer Plage werden und Sie sich belästigt fühlen finden Sie unter dem oben [...]

  4. teststtsststststst » Wer Ruft an?
    23. November 2010 | 15:39

    [...] Geben Sie am Telefon KEINE persönlichen Daten heraus. Auch nicht zum angeblichen Datenabgleich. HILFE bei Rufnummernmissbrauch – Spam – Unerlaubte Telefonwerbung Sollten die Anrufe zu einer Plage werden und Sie sich belästigt fühlen finden Sie unter dem oben [...]

  5. asd » Wer Ruft an?
    23. November 2010 | 15:43

    [...] Geben Sie am Telefon KEINE persönlichen Daten heraus. Auch nicht zum angeblichen Datenabgleich. HILFE bei Rufnummernmissbrauch – Spam – Unerlaubte Telefonwerbung Sollten die Anrufe zu einer Plage werden und Sie sich belästigt fühlen finden Sie unter dem oben [...]

  6. 234234 » Wer Ruft an?
    23. November 2010 | 16:05

    [...] Geben Sie am Telefon KEINE persönlichen Daten heraus. Auch nicht zum angeblichen Datenabgleich. HILFE bei Rufnummernmissbrauch – Spam – Unerlaubte Telefonwerbung Sollten die Anrufe zu einer Plage werden und Sie sich belästigt fühlen finden Sie unter dem oben [...]

  7. 14125155115 » Wer Ruft an?
    23. November 2010 | 16:06

    [...] Geben Sie am Telefon KEINE persönlichen Daten heraus. Auch nicht zum angeblichen Datenabgleich. HILFE bei Rufnummernmissbrauch – Spam – Unerlaubte Telefonwerbung Sollten die Anrufe zu einer Plage werden und Sie sich belästigt fühlen finden Sie unter dem oben [...]

  8. 25252525 » Wer Ruft an?
    23. November 2010 | 16:06

    [...] HILFE bei Rufnummernmissbrauch – Spam – Unerlaubte Telefonwerbung [...]

  9. 767 » Wer Ruft an?
    23. November 2010 | 16:07

    [...] Geben Sie am Telefon KEINE persönlichen Daten heraus. Auch nicht zum angeblichen Datenabgleich. HILFE bei Rufnummernmissbrauch – Spam – Unerlaubte Telefonwerbung Sollten die Anrufe zu einer Plage werden und Sie sich belästigt fühlen finden Sie unter dem oben [...]

  10. fgh » Wer Ruft an?
    23. November 2010 | 16:09

    [...] Geben Sie am Telefon KEINE persönlichen Daten heraus. Auch nicht zum angeblichen Datenabgleich. HILFE bei Rufnummernmissbrauch – Spam – Unerlaubte Telefonwerbung Sollten die Anrufe zu einer Plage werden und Sie sich belästigt fühlen finden Sie unter dem oben [...]